Sonntag, 19. Oktober 2008

Frau Doktor Heinrich bitte in OP 2

Lea und ich durften gestern exklusiv ne Nachtschicht im Krankenhaus mitmachen!! Suuuuper Sache J War end gut! Um 7 gings los und wir sind nach nach langer Busfahrt endlich in Comas angekommen, im Krankenhaus Sergio E. Bernales. Hier trafen wir einen der Oberärzte,der auf uns aufpassen und alles zeigen sollte. Der war zwar etwas wunderlich, aber gut.Da Rosanna unsere OP Klamotten vergessen hatte, gabs erst mal rumgemurre bei den Krankenschwestern, aber schließlich haben wir doch noch das Nötigste gefunden, damit wir in den OP durften. Und dann gings los. Als erstes haben wir nen Kaiserschnitt mit angeguckt und beim zweiten durfte ich dann assistieren (oh man, undenkbar in Deutschland). Als erstes wird knapp unterhalb des Bauches die Bauchdecke aufgeschnitten. Wenn alle Hautschichten durchtrennt sind wird die Fruchtblase aufgeschnitten und dann wird kräftig gedrückt und gezerrt (es sind tatsächlich bis zu 3 Ärzte nötig, die alle wie wild irgendwo auf dem Bauch rumdrücken, damit das Baby rauskommt). Erstaunlich war auch wie dehnbar die Haut so ist. Durch den Schnitt ensteht ja n Loch im Bauch und daran wurd auch ordentlich gezogen, damt es geweitet wird und der Kopf des Babys durchpasst. Die Babys an sich sind ziemlich hässlich, von grau-blauer Farbe und irgendwie ziemlich unspektakulär. Interessanter war dann unser nächster Fall bei dem wir zugucken durften. Da wurd nämlich ne Zyste entfernt, bzw. einer der Eierstöcke, wo die Zyste drinsaß. Das verlief von der OP her relativ ähnlich wie n Kaiserschnitt, nur das irgendwie viel mehr rumgesucht wurde, wo denn jetzt der Eierstock war (die Frau war aber auch dick und wog an die 100 kg, wodurch der Bauchlappen immer wieder nach vorne gerutscht ist und den Ärzten die Sicht versperrt hat.) Nachdem der Bauchraum dann aber einmal komplett durchwühlt worden war, lag dann aber schließlich der riesen Eierstock (bestimmt auf 10x10 cm angewachsen) vor meiner Nase. Der nächste Patient war dann ein Mädel mit ner Blinddarmentzündung und ich musste irgendwie spontan an Franzi denken ;). Größter Unterschied der Blinddarmentfernung zu den gynäkologischen Fällen war eigentlich die Narbe. In der Gynäkologie fällt die irgendwie riesig aus, während beim Blinddarm und ähnlichem wirklich nur n klitzekleiner Schnitt gemacht wird. Und bei unserm Fall wurd auch kein Skalpell mehr benutzt sondern son Brennstabdingen. Die Haut wurd also praktisch statt durchgeschnitten durchgebrannt, was aber wohl irgendwie besser ist. Allerdings ist der Geruch von verbranntem Fleisch nicht sonderlich angenehm…
Größter Schock des Abends war n Mädel das während des Kaiserschnitts auf einmal unglaublich angefangen hat zu zucken und ich schon dachte ach du kagge, jetzt lässt die Lokalbetäubung nach. Aber war nix, und es wurd zu lockerer Salsa und Cumbia Musik munter weitergeschnitten.
Nachdem dann alle OPs weg waren sind wir weiter zur Geburtsstation gegangen, wo die „normalen“ Geburten stattfanden. Die waren aber auch relativ unspektakulär. Es war zwar schön sowas mal gesehen zu haben, aber die OPs waren wesentlich spannender. Es kamen halt irgendwann die Babys raus (mal schnell, mal weniger schnell), dann musste man auf die Plazenta warten, den Uterus säubern und fertig. Trotzdem gut <:).

Gegen 4 Uhr morgens wurds dann etwas ruhiger und wir konnten endlich mal n bisschen was essen (es gab zwar nur einen Kiosk an dem wir uns Kekse und Wasser kaufen konnten, aber immerhin. Allerdings haben die keinen Kaffee verkauft.Geht ja ma gar nicht!).

Um 7 Uhr morgens sind wir dann nach Hause. Nach 12 Stunden Nachtschicht kann ich nur sagen, meine Füße und vorallem mein Rücken bringen mich um! Als wir zuhause ankamen konnten wir uns nur noch schnell die Zähne putzen und sind dann halb tot ins Bettchen gefallen. Aber trotz allem hat sich die Anstrengung gelohnt und ich würds immer wieder machen =).

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