Mittwoch, 10. September 2008

Arbeitsreiche Tage

Erste Erkenntnisse:

1. Staublungen bekommt man nicht nur unter Tage, sondern auch in Pampas.

2. Ich will niemals Postbote werden.

Inzwischen hat wie gesagt unser Alltag nun schon angefangen. Die Arbeitszeiten variieren noch ein bisschen, aber normalerweise stehen wir um 5 Uhr auf. 5.30 geht’s dann los in eins der umliegenden Dörfer, in denen wir zu den einzelnen Familien in die „Häuser“ gehen und uns anschauen was bisher verändert wurde. Da das Projekt schon seit 2 Jahren läuft bekommen wir die Ausgangsbedingungen nicht mehr zu Gesicht, aber die einzelnen Familien wurden ganz zu Anfang dazu angehalten eine Zeichnung ihrer damaligen und eine ihrer gewollten Situation anzufertigen. Auf der Grundlage dieser Zeichnungen wurden dann die Häuser nach und nach hergerichtet. Inzwischen haben nun die meisten Häuser schon Latrinen (draußen natürlich wg Gestank und so) und eine verbesserte und sauberere Küche als vorher und auch die Tiere, die vorher in den Häusern gelebt haben, sind nun draußen in Ställen. Bisher sind Lea und ich nur mitgegangen um die Familien kennenzulernen und zuzuschauen wie ADECAP arbeitet. Die Häuser werden nämlich alle paar Wochen inspiziert und wir müssen gucken, ob die Familien auch wirklich mitarbeiten und das Haus sauberhalten, die Latrinen bauen, bzw den Garten pflegen, sich um die Kinder vernünftig kümmern etc. ADECAP arbeitet vorallem mit Familien, die Kinder unter 5 Jahren haben, da diese besonders gefährdet sind (Risikiofamilien). Jedes Kind hat so etwas wie einen Ausweis in den Impfungen, Gewicht, Größe etc. eingetragen werden und das wird dann auch bei jedem Besuch überprüft. Teilweise ist es schon erschreckend unter was für Bedingungen die Leute hier wohnen. Die Häuser bestehen aus Lehmziegeln, alles ist dreckig und stinkt und überall laufen irgendwelche Viecher rum. Die Kinder sind meistens unterernährt und schmutzig, aber trotzdem scheint hier die Welt noch in Ordnung zu sein. Frustation oder Selbstmitleid gibt es hier anscheinend nicht. Die Familien sind glücklich und die Kinder lachen fast ständig. J Da scheinen einem die eigenen Probleme doch ganz plötzlich sehr klein und es wird einem hier sehr deutlich vor Augen geführt, wie gut wir es doch haben und was für ein Egoist man doch sein muss, trotzdem immer was zu meckern zu finden…
Eigentlich gefällt mir die Arbeit ziemlich gut. Wir sind den ganzen Tag draußen und wandern zwischen den einzelnen Häusern hin und her (jaa, und ich meine wandern, denn die Häuser liegen alle ziemlich weit auseinander). Jetzt lern ich sogar meine schicken Wanderschuhe richtig schätzen. Die haben sich schon ziemlich bewährt, da es ja hier auch keine richtigen Straßen gibt und wir immer querfeldein laufen müssen. Berge rauf, Berge runter. Übern Bach, durchn Bach. Die kennen da gar nix. J Anfangs wars ziemlich anstrengend, weil hier halt nicht so viel Sauerstoff ist und so und teilweise mussten wir auch schonmal etwas schneller rennen, da die Hunde nicht immer begeistert von uns waren. (Mein aufrichtiges Beileid an alle Postboten, ihr habt wirklich keinen coolen Job.)
Najaa, Mittags haben wir dann noch ne Mittagspause bevor es wieder in die Dörfer geht und abends sind wir meistens gegen 7 wieder da, essen was zu abend und fallen dann alle tot müde ins Bett.
Liebste Grüße aus dem staubigen Pampas <3












































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